40 Jahre Dienst am und für Menschen

Menschen zu helfen, die durch Krankheit oder Alter auf Unterstützung angewiesen sind, ist der Grundgedanke der Katholischen Sozialstation in Schwäbisch Hall. Seit 40 Jahren kümmert sich der Pflegedienst im Altkreis Schwäbisch Hall, dem Bühlertal und seit 2015 auch in Stimpfach um die Bedürfnisse von Patienten, unabhängig von deren Herkunft, Glaube oder gesellschaftlichem Ansehen. Die Einrichtung steht damit in der langen kirchlichen Tradition des caritativen Handelns.

„Bei uns steht das Wohl unserer Patienten zu jeder Zeit im Mittelpunkt“, betont Geschäftsführerin Barbara Meyer-Benz, die seit 16 Jahren die Geschicke des Pflegedienstes leitet. „Das bedeutet konkret, dass wir schauen, welche und wie viel Unterstützung ein Mensch benötigt.“ Damit die Patienten möglichst lange im vertrauten heimischen Umfeld bleiben können, gehört zum Dienstleistungsumfang neben den klassischen Pflegeleistungen auch eine ausführliche Beratung zu Wohnumfeld und Prophylaxen sowie die Begleitung und Beratung von pflegenden Angehörigen. „Neben Kranken- und Altenpflege kümmern wir uns bei Bedarf auch um die hauswirtschaftliche Versorgung, organisieren Haus- und Nachbarschaftshilfe oder übernehmen die Urlaubsbetreuung von Patienten,“ erläutert Barbara Meyer-Benz weiter.

Wie bei vielen christlichen und kirchlichen Pflegeeinrichtungen hat auch die Katholische Sozialstation Schwäbisch Hall ihren Ursprung im von Ordensleuten vollbrachten Dienst an und für Menschen. Vorgänger des heutigen Pflegedienstes war die Schwesternstation St. Joseph und Steinbach. Hier erbrachten Franziskanerinnen aus dem Mutterhaus Reute bei Bad Waldsee bereits seit 1931 wertvolle und wichtige Alten- und Krankenpflege für Patienten in der Kocherstadt. Durch die Veränderungen in der Gesellschaft seit Mitte der 50er Jahre nahm die Zahl der Ordensleute stetig ab. Der Bedarf an pflegender Unterstützung blieb jedoch weiterhin groß. In der Konsequenz wurde die Katholische Sozialstation  gegründet und übernahm ab 1977 die Aufgaben der Alten- und Krankenpflege von den Nonnen der Schwesternstation. „Heute sind Pflegeberufe nicht mehr an eine Ordenszugehörigkeit gebunden. Die Ausbildung ist standardisiert, es gibt Studiengänge und der Beruf eröffnet viele Perspektiven,“ beschreibt Barbara Meyer-Benz ihren Alltag. „Doch auch wir müssen uns vermehrt mit bürokratischen Regeln und Richtlinien auseinandersetzen. Selbst in der Pflege wird alles schnelllebiger.“ Könnte sie sich etwas wünschen, dann wäre es weniger Bürokratie und mehr Zeit für den Patienten vor Ort.

„Dass unsere Pflegekräfte für Patienten tatsächlich Zeit haben, ist einer kompetenten und guten Seele im Büro zu verdanken.“ Damit spielt Barbara Meyer-Benz auf Geschick und Kompetenz von Pflegedienstleiterin Gisela Köger an, die seit 27 Jahren dafür sorgt, dass die Tourenplanung für die Teams im Altkreis Schwäbisch Hall, dem Bühlertal und Stimfach gut klappt. „Ich bin insgesamt stolz auf meine Damen,“ lobt die Geschäftsführerin weiter, „Wir sind ein gut eingespieltes und sehr harmonisches Team, bei dem sich jeder auf den anderen verlassen kann.“ 2001 waren es noch 17 Mitarbeiterinnen. "Heute sind wir über 40 Frauen in der Pflege, Hauswirtschaft, Nachbarschaftshilfe und Verwaltung. Eine Fußpflegerin gehört auch zum Team,“ fasst Meyer-Benz die Personalstruktur zusammen.

Alle Unterstützung orientiert sich dabei immer an zwei Fragen: Was braucht der Patient? Und wieviel kann er noch selbst? Aus diesem Gedanken ist „Herbstzeitlose“ in Bühlerzell entstanden. „Viele alte Menschen können sich noch zu Hause versorgen, doch sie kommen kaum noch aus ihrem unmittelbaren Umfeld raus. Ein Nachmittag mit Singen, gemeinsamen Spielen, ein wenig Bewegung sowie Kaffee und Kuchen ist dann ein wichtiger gesellschaftlicher Termin, der dafür sorgt, dass alte Menschen nicht vereinsamen.“

Auch für die Zukunft hat Barbara Meyer-Benz schon verschiedene Ideen. „Wir bauen das Angebot der Betreuungsnachmittage auch an anderen Standorten aus, wenn wir merken, dass der Bedarf vorhanden ist. Zudem können wir unseren Patienten seit kurzem ein individuelles Hausservice-Paket anbieten, also ein Service, bei dem sich eine unserer Mitarbeiterinnen um die kleinen Alltagsdinge wie Lüften, Post reinholen oder Müll rausbringen kümmert. Und natürlich orientieren wir uns auch künftig bei allen Angebote an den Wünschen und Bedürfnissen unserer Patienten und deren Angehörigen.“
Zu den großen langfristigen Wünschen des Haller Pflegedienstes gehört ein Stationäres Hospiz für Erwachsene und ausreichend Nachwuchs beim Pflegepersonal. „Ich würde mir wünschen, dass Gesellschaft und Politik erkennen und anerkennen, wie wichtig und wie erfüllend ein sozialer Beruf sein kann.“ Und schließlich wirft Barbara Meyer-Benz noch die Idee einer Nachtpflege in den Raum. „Manche pflegebedürftigen Menschen sind nachtaktiv. Für sie und ihre Angehörigen wäre es hilfreich, wenn es einen Ort gäbe, wo diese Menschen in den Nachtstunden betreut und auch beschäftigt wären.“ Doch das, so die Geschäftsführerin, sei noch Zukunftsmusik. „Aber unsere Gesellschaft muss auch über solche Angebot nachdenken.“

Zunächst aber soll mit Patienten, deren Angehörigen und Kirchenvertretern das 40järige Jubiläum gefeiert werden. Dazu lädt die Katholische Kirchengemeinde zu einem Festgottesdienst am 24. September um 10.30 Uhr in die Katholischen Kirche St. Joseph in Schwäbisch Hall.

Zurück