Zuhause barrierefrei leben - die Katholische Sozialstation gibt Tipps

Bodengleiche Duschen und ebenerdige Hauszugänge sind aus der modernen Architektur kaum mehr wegzudenken. Aber funktioniert Barrierefreiheit eigentlich auch ohne große Umbaumaßnahmen? Kaum jemand möchte im Alter umziehen. Aber was tun, wenn die Wohnung im ersten Stock liegt und kein Aufzug vorhanden ist oder die Türschwelle zum Balkon sich mit dem Rollator als unüberwindbares Hindernis entpuppt?

Eine qualifizierte Beratung, wie die Barrierefreiheit zu Hause erreicht wird, erteilt zum Beispiel die Katholische Sozialstation Schwäbisch Hall. Pflegedienstleisterin Gisela Köger macht Hausbesuche und empfiehlt, was wie verändert werden könnte. „Für mich ist die Individualität des Betroffenen maßgebend. Es geht bei der Hausbesichtigung nicht darum, ein paar Hindernisse zu entfernen, sondern um die Frage, welchen Tagesrhythmus der Betroffene hatte, welche alltäglichen Rituale es gab und was dieser Patient davon in Zukunft wieder selbst können möchte.“

Mobilität sei vielen Menschen auch nach einem Unfall oder Schlaganfall noch sehr wichtig. „Dann muss geklärt werden, wie der Patient seine Wohnung verlassen kann. Mal sind es kleinere Maßnahmen wie ein zweiter Handlauf an der Treppe, ein Treppenlift oder eine kleine Rampe, um die Türschwelle am Balkon zu überwinden. Aber auch größere Umbaumaßnahmen können notwendig werden, wenn beispielsweise die Wohnungstür nicht breit genug ist für einen Rollator oder ein Badelift nicht hilft.“ Und selbst wer eine längere Zeit bettlägerig ist, muss auf die Teilnahme am Familienalltag nicht verzichten, versichert Gisela Köger: „Man sollte sich nicht scheuen, die Funktionen von Räumen neu zu überdenken und dann eben im Wohnzimmer einen Platz für das Pflegebett zu schaffen. Ein Paravant oder ein luftiger Vorhang schaffen Privatsphäre, wenn der Betroffene dies wünscht.“ Wie umfangreich der eigene Lebensraum verändert werden kann, hängt von zwei Faktoren ab: von der Einstufung durch die Pflegeversicherung und den daraus resultierenden Leistungen für notwendige Umbaumaßnahmen, und von der eigenen finanziellen Situation.

Aus Erfahrung weiß Gisela Köger, dass fast jeder Patient wieder nach Hause möchte. Doch viele sorgen sich, dass sie ihren Alltag innerhalb der bestehenden Bedingungen nicht mehr bewältigen. „Dass jemand gar nicht mehr in sein gewohntes Umfeld zurück kann, ist selten. Manchmal reichen schon kleine Veränderungen und neue Rituale, manchmal braucht es umfangreichere Maßnahmen.“ Wichtig aber sei immer, die Meinung des Betroffenen zu den geplanten Veränderungen zu hören und seine Wünsche zu respektieren.

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